Die Zahl der Immobilienbesitzer, die in eine Photovoltaikanlage investieren, steigt, obwohl die Einspeisevergütungen für den selbst produzierten Solarstrom ins öffentliche Netz sinken.

Sowohl der Erwerb als auch der Betrieb einer solchen Photovoltaikanlage löst steuerliche Konsequenzen aus, die zu beachten sind.

So kann beispielsweise neben der Umsatzsteuer und Einkommensteuer auch Grunderwerbsteuer und Bauabzugssteuer entstehen.

Sobald Sie eine Photovoltaikanlage mit Gewinnerzielungsabsicht betreiben, werden Sie zum Unternehmer. Dies ist mittels Fragebogen zur steuerlichen Erfassung dem für Sie zuständigen Finanzamt mitzuteilen.

Wenn Sie selbst erzeugten Solarstrom ins Netz einspeisen, sind Sie verpflichtet, sämtliche Steuererklärungen (Einkommensteuererklärung, Umsatzsteuererklärung, Umsatzsteuervoranmeldungen) elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. 

 

Einkommensteuerliche Behandlung:

Wenn Sie Ihre Photovoltaikanlage mit Gewinnerzielungsabsicht betreiben, also aus dem Betrieb Ihrer Photovoltaikanlage dauerhaft Gewinne erwirtschaften, liegt eine gewerbliche Tätigkeit vor, wovon grundsätzlich beim Betrieb einer solchen Anlage ausgegangen wird.

Lediglich Photovoltaikanlagen, die ausschließlich für die eigene Stromversorgung betrieben werden und keinen Strom ins öffentliche Netz einspeisen, sind für die Einkommensteuer nicht relevant, da hier keine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt.

Betriebseinnahme stellt die vom Energieversorger gezahlte Einspeisevergütung ins öffentliche Netz dar. Ebenso ist der für eigene private Zwecke verbrauchte Strom als fiktive Betriebseinnahme zu betrachten.

Betriebsausgaben sind sämtliche Kosten und Aufwendungen im Zusammenhang mit Ihrer Photovoltaikanlage, wie beispielsweise Instandhaltungskosten, Aufwendungen für Versicherungen, Abschreibung der Kosten für die Anschaffung oder Herstellung der Photovoltaikanlage, Steuerberatungskosten etc.

 

Gewerbesteuerliche Behandlung:

Grundsätzlich unterliegt der Betrieb einer Photovoltaikanlage der Gewerbesteuer. Allerdings wird bei der Berechnung des Gewerbeertrages ein Freibetrag in Höhe von 24.500,00 EUR berücksichtigt. Dieser Wert wird bei privat betriebenen Photovoltaikanlagen meist nicht überschritten. Insofern spielt die Gewerbesteuer in den meisten Fällen keine Rolle.

 

Umsatzsteuerliche Behandlung:

Sobald Ihre Photovoltaikanlage mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden ist, sind Sie als Unternehmer im umsatzsteuerlichen Sinn tätig.

Produzieren Sie lediglich für den Eigenbedarf Strom und speisen den Strom nicht ins öffentliche Netz ein, spielt die Umsatzsteuer für Sie keine Rolle.

Liegt der Umsatz, der mit der Photovoltaikanlage erwirtschaftet wird unter 17.500,00 EUR pro Jahr, können Sie von der sog. Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen. In diesem Fall müssen Sie keine Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen. Im Gegenzug können Sie allerdings auch keinen Vorsteuerabzug aus den Anschaffungskosten geltend machen.

Da die Anschaffungskosten einer Photovoltaikanlage recht hoch sein können, ist es oft sinnvoll von der Kleinunternehmerregelung keinen Gebrauch zu machen. So können Sie sich die Umsatzsteuer aus der Rechnung für die Anschaffung der Anlage (sog. Vorsteuer) vom Finanzamt erstatten lassen. Im Gegenzug müssen Sie dann allerdings auch die Einspeisevergütungen vom Netzbetreiber der Umsatzsteuer unterwerfen und diese ans Finanzamt abführen. Des Weiteren müssen Sie auch Ihren selbst genutzten Strom der Umsatzsteuer unterwerfen.

Verzichten Sie auf die sog. Kleinunternehmerregelung, sind Sie fünf Jahre daran gebunden.

In diesem Fall müssen Sie auf den Rechnungen an den Netzbetreiber bzw. auf den Gutschriften vom Netzbetreiber 19 Prozent Umsatzsteuer ausweisen. Der Eigenverbrauch des selbst genutzten Stroms ist ebenso mit 19 Prozent Umsatzsteuer zu belegen und ans Finanzamt abzuführen. Im Gegenzug können Sie die Umsatzsteuer aus Eingangsrechnungen als Vorsteuer gegenrechnen.

Sie sind verpflichtet Umsatzsteuervoranmeldungen beim Finanzamt online einzureichen. Für Existenzgründer beträgt der Voranmeldungszeitraum einen Monat, im Jahr des Beginns der unternehmerischen Tätigkeit und im Folgejahr.

Die selbst errechnete Zahllast ist jeweils bis zum 10. des Monats an das zuständige Finanzamt abzuführen.

 

 

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